Beim Singen und beim Spielen eines Blasinstruments gehört die Ausatemluft unmittelbar zur Klangerzeugung. Eine musikalische Phrase verlangt eine zeitliche Abstimmung von Einatmen, Luftabgabe und Klang. Am Klavier und an der Geige werden die Saiten mechanisch angeregt. Die Atmung begleitet das Spiel, während Hände, Arme und Rumpf ihre Aufgaben erfüllen.

Die Aufgabe bestimmt den Zusammenhang

Eine Untersuchung mit 113 Holz- und Blechbläsern fand Unterschiede der Atembewegung und Bauchmuskelaktivität zwischen Sitzen und Stehen. Aus den Atemmessungen ließ sich aber keine generell überlegene Sitzneigung ableiten. Die musikalische Qualität wurde dabei nicht systematisch bewertet. Mehr messbare Atembewegung ist also noch kein Beleg für besseren Klang.1

Hände bewegen sich mit dem Körper

Bei einem weiten Griff am Klavier reicht die Frage nach den Fingern allein kaum aus. Entfernung zur Tastatur und Bewegung von Arm und Rumpf gehören ebenfalls zum Weg. Eine Studie mit zwölf Pianisten zeigte, dass vorgegebene Rumpfbewegungen die Bewegungskette beim lauten Anschlag veränderten. Das beschreibt eine spezielle Aufgabe und legt keine universelle Spieltechnik fest.2

Die Beispiele sind Anregungen zur Beobachtung; die genannten Studien untersuchten keine Gesangs- oder Geigenübungen. Für den Alltag bleibt eine konkrete Frage: Passt die aktuelle Unterstützung zur musikalischen Aufgabe? Sitz, Instrument, Blickrichtung, Atempausen und die Länge einer Übephase gehören gemeinsam in dieses Bild.

Quellen & Weiterlesen

  1. Ackermann et al. (2014): Atemmechanik im Sitzen und Stehen bei Bläsern ↗Originalstudie mit 113 Holz- und Blechbläsern in verschiedenen Spielpositionen.
  2. Verdugo et al. (2020): Rumpf- und Armbewegung beim Klavierspiel ↗Laborstudie mit zwölf Pianisten und einer festgelegten Anschlagsaufgabe.