BEOBACHTEN. BEWEGEN. VERSTEHEN.FELDNOTIZEN — NR. 01
KÖRPERHALTUNG IN BEWEGUNG

Haltung
lebt.

Zwischen Halt und Loslassen.
Ein Körper, der immer im Dialog ist.

Bewegung entdecken
Seitliche Handstandstudie vor heller Wand
03 / PERSPEKTIVWECHSEL↑ UNTEN IST AUCH OBEN
HALTUNG IST EIN MOMENT. BEWEGUNG GEHT WEITER.
02 / BEWEGUNGMomente aus einer bewegten Praxis

Ein Körper.
Viele Möglichkeiten.

Stützen, drehen, das Gleichgewicht suchen.
Jeder Moment eröffnet eine andere Perspektive.

01 — BODENKONTAKTHalt finden.
NOTIZ / 01

Was verändert sich,
wenn ich den
Blickwinkel wechsle?

neugierig bleiben.
02 — SPIELRAUMEine Richtung mehr.
03 — PERSPEKTIVWECHSELDie Welt steht Kopf.
05 — AUF DEN HÄNDENDen Halt verlagern.
AUS DER PRAXIS

Eine Aufnahme hält eine Haltung fest.
Die Erfahrung liegt in der Bewegung dazwischen.

Körper in Bewegung
03 / HALTUNGWahrnehmung verändert den Blick
04 — IM AUSTAUSCH Ein Moment aus der Praxis.

Haltung beginnt
mit Wahrnehmen.

Wie fühlt sich eine Bewegung an? Wo entsteht Spannung? Was lässt sich verändern?

Tensegrityworks verbindet Bewegung, Wahrnehmung und manuelle Körperarbeit. Im Mittelpunkt steht das Erkunden der eigenen Möglichkeiten – als fortlaufender Prozess.

Ein Gedanke, der bleibt:

Bewegung ist Freiheit.

07 — GEMEINSAM ERKUNDEN Den Kontakt spüren.
AKTIVE MITARBEIT

Wahrnehmen.
Atmen.
Mitbewegen.

Berührung und eigene Bewegung
kommen miteinander ins Gespräch.
04 / SPIELRAUMDer Mensch hinter der Fähigkeit

Wenn Können
zum Korsett wird.

Was wir oft tun, prägt, wie wir uns bewegen. Vertraute Muster geben Halt – und können unseren Spielraum begrenzen.

Eine Fähigkeit ist ein Teil von uns. Es gibt immer noch einen Menschen dahinter, der mehr entdecken kann.

Was wird möglich,
wenn sich ein Muster öffnet?
06 — RAUM FÜR MEHR
05 / ÜBER MICHYunus Emre
Yunus Emre in einer tiefen Hocke vor einer hellen Wand
Immer wieder Anfänger.

Neugier
in Bewegung.

Ich bin Yunus Emre.
Fußball war meine erste Liebe.

Später kamen verschiedene Kampfsportarten und Akrobatik dazu. Mich interessiert, wie sich der Körper im Raum orientiert: Wie finden wir unser Gleichgewicht? Wie wechseln wir die Richtung? Und wie verändert sich unser Gefühl für oben und unten, wenn wir auf den Händen stehen?

Ich liebe Strukturen und möchte verstehen, wie aus einzelnen Teilen ein Zusammenspiel entsteht. Diese Neugier führt mich durch Physik, Mathematik, Anatomie und Physiologie – und immer wieder darüber hinaus. Die Fragen begleiten mich beim Bewegen genauso wie beim Lesen, Lernen und Ausprobieren.

Von Mülheim an der Ruhr führte mein Weg zum technischen Studium nach Aachen und in die Arbeit als Tutor. Auch dort beschäftigt mich, wie aus einer Erklärung eigenes Verständnis wird. In meiner Bewegungspraxis, der Lernbegleitung und der manuellen Körperarbeit möchte ich Raum schaffen, Fragen zu stellen, Unterschiede wahrzunehmen und neue Möglichkeiten zu entdecken.

Yunus Emre
MIT MODELLEN DENKEN

Etwas sichtbar machen.
Weiterfragen können.

Ein Modell vereinfacht einen Ausschnitt der Wirklichkeit, damit wir eine bestimmte Frage untersuchen können. Ein einfaches Hebelmodell hilft etwa zu verstehen, warum dasselbe Gewicht am ausgestreckten Arm schwerer zu halten ist als nah am Körper. Was ich dabei spüre, wie müde ich bin und welche Erfahrungen ich mitbringe, bildet es nicht ab.

Auch Tensegrity nutze ich als Denkbild: Es lenkt den Blick auf das Zusammenspiel von Zug, Druck und Verbindungen. Für mich gehört dazu, die Annahmen eines Modells zu kennen, sie mit Beobachtungen und Erkenntnissen abzugleichen und das Modell bei Bedarf zu verändern. Es darf neue Fragen eröffnen.

“All models are wrong,
but some are useful.”
George E. P. Box · 1979

Eine Vereinfachung kann hilfreich sein, obwohl sie die Wirklichkeit nie vollständig abbildet. Entscheidend ist, wofür sie sich eignet – und wo ihre Grenzen liegen.

01 / ZUHÖREN

Rückmeldungen
ernst nehmen.

Kritik kann unbequem sein. Ich möchte verstehen, was darin steckt, nachfragen und meine Sicht überprüfen. Auch wenn ich etwas anders sehe, kann eine hilfreiche Frage bleiben.

02 / SELBST ERFAHREN

In Übung
bleiben.

Meine eigene Praxis gehört zu meiner Arbeit. Etwas versuchen, an Grenzen kommen und neu ansetzen: Diese Erfahrung des Lernens möchte ich lebendig halten, auch wenn ich andere begleite.

03 / WEITERLERNEN

Fragen
offen halten.

Erfahrung gibt Orientierung. Gleichzeitig möchte ich beweglich bleiben: beobachten, prüfen und dazulernen. Auch eine vertraute Fähigkeit lässt Raum für eine neue Entdeckung.

WAS MICH BESCHÄFTIGT

Eine Fähigkeit kann uns Möglichkeiten eröffnen. Sie kann aber auch so vertraut werden, dass wir uns über sie definieren. Mich interessiert der Mensch, der sie nutzt – und seine Freiheit, auch etwas anderes zu entdecken.

Wer sind wir neben dem,
was wir gut können?

06 / GEDANKENZum Weiterdenken

Kleine Gedanken.
Offene Fragen.

I. ABWECHSLUNG

Haltung darf
wechseln.

Sitzen, Stehen, Gehen. Auch innerhalb einer Position gibt es Spielraum. Abwechslung gehört zu einem bewegten Alltag.

Dazu: EU-OSHA
II. ZUSAMMENSPIEL

Form durch
Spannung.

Im Tensegrity-Modell entsteht Stabilität aus Zug und Druck. Hier dient es als Denkbild für Verbindungen und das Zusammenspiel einzelner Teile.

Zum Modell: Wyss Institute
III. MÖGLICHKEITEN

Bewegung ist
auch Alltag.

Gehen, Spielen, Tanzen, Tragen. Bewegung beginnt in den vielen kleinen Momenten zwischen den Dingen, die wir ohnehin tun.

Dazu: WHO
Computermodell eines Dynein-Moleküls: ein bewegliches Netz aus violetten, rosa und blauen Bindungen
DYNEIN / MOLEKÜLMODELL
Animation: Wyss Institute at Harvard University
The architecture of life · 2018
EIN BLICK INS KLEINE

Bewegung beginnt
im Kleinen.

Ein Molekül in Bewegung. Die farbigen Linien zeigen Bindungen zwischen den Atomen des Proteins Dynein.

Das Computermodell des Wyss Institute macht sichtbar, wie Form und Bewegung auf molekularer Ebene zusammenhängen.

Viele Verbindungen.
Ein Zusammenspiel.
07 / BLOGFeldnotizen von Yunus Emre

Gedanken, die
weitergehen.

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