Ein Blatt zeigt Verzweigungen. Ein Spinnennetz zeigt Verbindungen. Beide können den Blick darauf lenken, wie einzelne Teile zu einem Ganzen gehören. Solche Bilder machen Beziehungen anschaulich und geben einer abstrakten Frage eine sichtbare Form.

Ein Modell zum Denken

Tensegrity beschreibt ein Strukturprinzip, bei dem Elemente unter Zug und Druck zusammenwirken. In einem Stab-Seil-Modell lässt sich das betrachten: Die Stäbe und die gespannten Seile tragen gemeinsam zur Form bei. Ein einzelnes Teil erklärt das Ganze noch nicht.

Für die Betrachtung von Bewegung lässt sich daraus eine Frage mitnehmen: Was verändert sich im Zusammenspiel, wenn sich an einer Stelle etwas verändert? Sie richtet den Blick auf Beziehungen, auf die Anordnung der Teile und auf ihre Verbindungen.

Blattadern und Netze dienen auf dieser Seite als visuelle Anregungen. Ihre Ähnlichkeit mit anderen Strukturen allein belegt noch keinen gemeinsamen Mechanismus.

Ein Blick ins Kleine

Das Wyss Institute zeigt ein Computermodell des Motorproteins Dynein. In der Animation markieren farbige Linien die Bindungen zwischen den Atomen. Das Molekül verändert seine Form; die Forschenden untersuchen daran das Zusammenspiel mechanischer Kräfte auf molekularer und zellulärer Ebene.

Die Animation macht einen Zusammenhang sichtbar, der unserem alltäglichen Blick verborgen bleibt. Sie ist ein Modell eines bestimmten Systems. Auf dieser Seite steht sie neben Körperbildern und Naturstrukturen als Einladung, über Verbindungen nachzudenken.

Beim Betrachten lohnt es sich, zwischen den Maßstäben zu unterscheiden und zugleich neugierig zu bleiben: Was hält eine Form zusammen? Wo kann sie nachgeben? Welche Veränderungen werden an anderer Stelle sichtbar?

Quellen & Weiterlesen

  1. Wyss Institute: The architecture of life described by computer modeling (2018) ↗
Die Dynein-Animation auf dieser Seite ansehen →